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Geld sparen mit Notaren im Ausland

Mehr als 50.000 Euro kann die Beurkundung eines Vertrags kosten, wenn ein Notar in Deutschland sie vornimmt und der Gegenstandswert des Vertrags sehr hoch ist. Bei dieser Summe fragen sich viele Vertragsbeteiligte, ob man solch eine Dienstleistung nicht im Ausland billiger bekommen kann, etwa in der Schweiz, wo die Notare keiner starren Kostenordnung unterliegen, sondern ihre Honorare frei aushandeln können. Wäre so etwas empfehlenswert oder zu riskant?

Eine allgemeingültige Antwort hierauf gibt es nicht. Jeder Einzelfall muss individuell beurteiltwerden. Ein paar Leitlinien lassen sich formulieren:

  •  Ein generelles Hindernis, Verträge nach deutschem Recht im Ausland wirksam beurkunden zu lassen, existiert nicht.
  • Eine erste Einschränkung ergibt sich aber aus der Gleichwertigkeit der Tätigkeit des ausländischen Notars. Nur wenn der ausländische Notar nach Vorbildung und Stellung im Rechtsleben eine der Tätigkeit des deutschen Notars entsprechende Funktion ausübt und das Beurkundungsverfahren gleichwertigen Standards entspricht, wird seine Beurkundung in Deutschland anerkannt . In der deutschen Rechtspraxis gilt dies beispielsweise für Schweizer Notare etwa aus den Kantonen Basel-Stadt oder Zürich, für französische, belgische oder niederländische Notare, nicht jedoch für den US-amerikanischen Notary Public.
  • Eine erste Einschränkung ergibt sich aber aus der Gleichwertigkeit der Tätigkeit des ausländischen Notars. Nur wenn der ausländische Notar nach Vorbildung und Stellung im Rechtsleben eine der Tätigkeit des deutschen Notars entsprechende Funktion ausübt und das Beurkundungsverfahren gleichwertigen Standards entspricht, wird seine Beurkundung in Deutschland anerkannt . In der deutschen Rechtspraxis gilt dies beispielsweise für Schweizer Notare etwa aus den Kantonen Basel-Stadt oder Zürich, für französische, belgische oder niederländische Notare, nicht jedoch für den US-amerikanischen Notary Public.
  • Vom Bundesgerichtshof gebilligt sind der Verkauf und die Übertragung von Geschäftsanteilen an einer GmbH durch einen in Basel ansässigen Notar. Damit wird die Alternative „Auslandsnotar“ gerade im Bereich der Unternehmenstransaktionen mit häufig hohen Gegenstandswerten durchaus überlegenswert. Allerdings wird der Auslandsnotar in der Regel keine Haftung für seine Tätigkeit im für ihn fremden deutschen Recht übernehmen.

Im Ergebnis sollte man deshalb die Entscheidung zu einer Beurkundung im Ausland zunächst aus der Perspektive des deutschen Rechts sorgfältig und sachkundig prüfen lassen. Denn eines ist sicher: Wer eine preisgünstige, aber unwirksame Auslandsbeurkundung schließlich von einem deutschen Notar nachbeurkunden lassen muss, hat den teuersten Weg gewählt.

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