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Produkthaftungsrecht Haftungsrisiken der Kommunikation vernetzter Produkte

„Eine Haftung trifft mich als Hersteller allenfalls dann, wenn mein eigenes Produkt einen Fehler hat, nicht aber bei fremden Produktfehlern“. Dieser Ansatz ist spätestens in Zeiten der Vernetzung von Produkten im Rahmen der Industrie 4.0 nicht mehr gültig. Wann aber hafte ich für Fehler fremder vernetzter Produkte? Und was ist bei eigenen Produkten aufgrundder erhobenen Daten zu beachten?

Nach dem Produkthaftungsrecht kommt eine Haftung für fremde vernetzte Produkte insbesondere dann in Betracht, wenn es sich um „allgemein gebräuchliches“ Zubehör (Kombinationsprodukte) für das eigene Produkt handelt. In diesen Fällen haftet der Hersteller abIn-Verkehr-Bringen seines eigenen Produkts und er ist verpflichtet, das Zusammenwirken desProdukts mit fremden (Zubehör-) Produkten zu beobachten. Ziel ist es frühzeitig schädliche Eigenschaften und schädliche Folgen zu erkennen, um diesen entgegenwirken zu können (Gefahrabwendungspflicht).

Bei vernetzten Produkten steht dem Hersteller während des gesamten Produktlebenszyklus dazu eine Vielzahl von Produktinformationen (sog. „Big Data“) über eigene, sowie über (fremde) vernetzte Produkte zur Verfügung. Damit verschärfen sich zugleich die Risiken des Herstellers. Dieser muss die gewonnenen Informationen auswerten und bei Hinweisen auf Fehler des eigenen – oder des fremden vernetzten – Produkts entsprechend reagieren. Wir empfehlen zur Haftungsvermeidung daher:

  • eine unternehmensinterne Prozessetablierung zur Analyse und Filterung der „Big Data“ zur produkthaftungsrechtlichen Risikobewertung, sowie
  •  eine Verzahnung der Bereiche Kundenservice, technischer Kundendienst, Qualitätssicherung und Entwicklung sowie Rechtsberatung, um bei Fehlern schnell adäquat handeln zu können und Schäden bereits im Vorfeld zu minimieren.

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