Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Außergerichtliche Streitschlichtung Mediation

Was ist Mediation und warum gibt es Mediation?

Die Ausgangssituation ist die Erkenntnis, dass die Austragung von Konflikten vor staatlichen Gerichten neben einer langen Verfahrensdauer, hohen nicht kalkulierbaren Kosten eben keine Streitschlichtung im Sinne einer beiderseitigen Zufriedenheit der Beteiligten mit sich bringt. Statt einen Streit zu beheben, werden vor Gericht oft mit aller Härte persönliche und/oder Geschäftsbeziehungen nachhaltig zerstört.

Die Suche nach Alternativen führt u. a. zur Mediation und mediationsähnlichen Verfahren. Die Mediation erweitert die Sichtweise der Beteiligten, die häufig auf die Pole Anspruch und Gegenanspruch fokussiert sind. Denn Anspruch und Gegenanspruch stellen in der Regel nur einen Aspekt eines umfassenderen Sachverhaltes bzw. Konfliktes dar. Landet ein Streit vor Gericht, ist der Konflikt in der Regel derart eskaliert, dass die Parteien keine Möglichkeit mehr sehen, konstruktiv miteinander zu reden und gemeinsam eine Konfliktlösung zu erarbeiten.

Eine Aufgabe der Mediatorin / des Mediators ist es, in den Sitzungen eine Gesprächssituation zu schaffen, in der alle Beteiligten ihre Sicht der Dinge darstellen. Im letzten Schritt führt die Mediation bestenfalls dazu, dass die Beteiligten selbst eine Einigung erarbeiten, die auf die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Als Kernsätze können festgehalten werden: Mediation ist eine Vermittlungs- und Verhandlungsmethode, die eine außergerichtliche Konfliktlösung zum Ziel hat. In der Mediation versuchen die am Konflikt Beteiligten unter Einbeziehung eines oder mehrerer neutraler Dritter, den Mediator / die Mediatoren, aktiv und eigenverantwortlich im Wege strukturierter Verhandlungen gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.

Angestrebt wird in der Mediation eine an den Interessen der Konfliktparteien orientierte Problemlösung. Wesentliche Voraussetzung dafür ist die vorrangige Orientierung an den eigentlichen Interessen der Konfliktparteien. Es sind Handlungsoptionen zu erarbeiten, die möglichst weit gefasst sind, um einen Konsens zu finden, der für beide Parteien eine sog. „Win-Win-Lösung“ bedeutet.

Die Grundidee der Mediation als eine soziale Technik findet sich bereits im afrikanischen Palaver, bei dem die Konfliktparteien so lange diskutieren und verhandeln mussten, bis ein Konflikt friedlich beigelegt war. Das germanische „Thing“ ist eine historische Form der Mediation in Europa. Auch der westfälische Frieden von Münster aus dem Jahr 1648 kam aufgrund jahrelanger Verhandlung unter Einschaltung eines neutralen Vermittlers zustande.

Weitere Informationen liefert der nachstehenden Link:

Bundesverband Mediation e.V. - www.bmev.de

Alle Fachbeiträge zeigen

Internationales Recht
12.10.2026

Wer entscheidet, ob bei einem Geschäftsführer ein Interessenkonflikt vorliegt – und er die Versammlung verlassen muss? (NLD)

Nicht der Geschäftsführer selbst, so urteilte der Hoge Raad am 10. April 2026 im Getir-Fall. Diese Entscheidung obliegt seinen Kollegen oder den Aufsichtsorganen der Gesellschaft – und es liegt in deren Verantwortung, auch tatsächlich einzugreifen.

Beitrag lesen
Internationales Recht
12.10.2026

Niederländisches Parlament stimmt der Rechtsvermutung für Selbstständige zu: ein wichtiger Schritt, doch echte Klarheit steht noch aus

Die Debatte über Selbstständige und Scheinselbstständigkeit beschäftigt die Politik in Den Haag, Auftraggeber und Arbeitnehmer mittlerweile schon seit Jahren. In dieser Zeit sind zahlreiche Berichte erschienen, verschiedene Regierungen haben neue Gesetze angekündigt, und die Rechtsprechung hat wichtige Leitlinien für die Beurteilung von Arbeitsverhältnissen vorgegeben. Dennoch herrscht in der Praxis nach wie vor große Unsicherheit darüber, wann von einer selbstständigen Tätigkeit und wann von einem Arbeitsvertrag gesprochen werden kann. Mit der Zustimmung der Eerste Kamer zum Gesetz zur Einführung einer Rechtsvermutung für Arbeitsverträge auf Stundenlohnbasis wurde ein weiterer Schritt getan.

Beitrag lesen
Internationales Recht
12.10.2026

Komplett digitale Versammlungen: Das ändert sich (und warum Sie sich schon jetzt darauf vorbereiten sollten) (NLD)

Die Art und Weise, wie wir Versammlungen abhalten, verändert sich rasant. Während physische Zusammenkünfte lange Zeit die Norm waren, hat der Aufschwung digitaler Mittel neue Möglichkeiten eröffnet. In Kürze wird der (niederländische) Gesetzgeber einen wichtigen nächsten Schritt unternehmen: Es wird möglich sein, eine vollständig digitale Haupt- bzw. Gesellschafterversammlung abzuhalten. Was aber bedeutet das für Sie als Geschäftsführer oder Gesellschafter/Mitglied? Und wie können Sie schon jetzt klug darauf reagieren?

Beitrag lesen