Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Datenschutzrecht Nachbarschaft - Ewiger Quell Gerichtlicher Auseinandersetzungen

In Zeiten, in denen Menschen (unfreiwillig) viel zu Hause sind, eskalieren nachbarschaftliche Konflikte leicht. Der folgende Fall ist ein Beispiel dafür, auch wenn er sich schon im Jahr 2017 zutrug. Zuletzt gelangte er bis vor den Obersten Gerichtshof (OGH 27.11.2019, 6 Ob 150/19f – vgl www.ris.bka.gv.at/jus):

Der Kläger wohnte in einer Erdgeschoßwohnung mit Garten und fühlte sich von einer Kamera an der Fassade der Nachbarwohnung des Beklagten, ebenfalls mit Garten, beobachtet und überwacht. Der Schwenkbereich der Kamera erfasste nur den eigenen Garten des Beklagten und den Zugangsweg vor den beiden Gärten. Der Garten des Klägers selbst war praktisch nicht zu sehen. Dennoch verurteilte das Berufungsgericht den Beklagten, dann bestätigt vom OGH, zur Entfernung der Überwachungskamera.

Die Interessen des Klägers auf Datenschutz und sein Geheimhaltungsinteresse überwiegen nach Meinung des Höchstgerichtes, weil der Beklagte auch den Zugangsweg zum Garten des Klägers und nicht nur sein Grundstück überwacht und so jederzeit feststellen kann, wann der Kläger den Garten betritt. Der Beklagte habe kein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wann und wie oft der Kläger und dessen Familie den Zugangsweg und den eigenen Garten benützen.

Der nach § 12 Abs 3 Z 1 DSG und § 12 Abs 2 Z 4 DSG zulässige Rahmen für eine (private) Bildaufnahme war überschritten, sie wäre u. a. zulässig, wenn sie dem vorbeugenden Schutz dient und mit Ausnahme einer unvermeidbaren Einbeziehung öffentlicher Verkehrsflächen nicht über die eigene Liegenschaft hinausreicht.

Beitrag veröffentlicht am
1. Juli 2020

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Haus-Wohnung-Immobilie-Eigentum-WEG
Mietrecht
27.03.2026

Untervermieten ja aber nicht auf Kosten anderer: Was der Bundesgerichtshof jetzt klargestellt hat

Wer mit der Untervermietung einen Gewinn erzielen möchte, hat keinen Anspruch auf die hierfür erforderliche Erlaubnis des Vermieters und riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung des eigenen Mietverhältnisses.

Beitrag lesen
Fachbeitrag Arbeitsrecht
Arbeitsrecht
25.03.2026

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: BAG stärkt den individuellen Entgeltvergleich

Der Grundsatz der Entgeltgleichheit zählt zu den zentralen Vorgaben des nationalen und europäischen Arbeitsrechts. Gleichwohl bereitet seine praktische Durchsetzung erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere im Hinblick auf die Darlegung einer geschlechtsbezogenen Benachteiligung. Mit seinem Urteil vom 23.10.2025 konkretisiert das Bundesarbeitsgericht die Anforderungen an den Entgeltvergleich und stellt klar, dass bereits der Vergleich mit einer einzelnen geeigneten Vergleichsperson ausreichen kann, um eine Diskriminierung zu vermuten.

Beitrag lesen
nachbar-haus-wohnung
Mietrecht
25.03.2026

Grenze überschritten: Wann hohe Mieten sittenwidrig sind

Die Frage, wann eine überhöhte Miete die Schwelle zur Sittenwidrigkeit überschreitet, gehört zu den zentralen Problemfeldern des Wohnraummietrechts. Insbesondere in angespannten Wohnungsmärkten geraten hohe Mietforderungen zunehmend in den Fokus gerichtlicher Kontrolle. Ein Urteil des LG Hamburg greift diese Problematik auf und konkretisiert die Voraussetzungen, unter denen ein auffälliges Missverhältnis zwischen Miete und ortsüblicher Vergleichsmiete zur Annahme einer Wuchermiete im Sinne des § 138 BGB führt.

Beitrag lesen