Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Reiserecht aktuell Wann dürfen Verbraucher Auslandspauschalreisen coronabedingt kostenlos stornieren?

Jeder ist von ihr betroffen: der Corona-Pandemie. Sie hat uns in jeglichen Bereichen des Lebens vor große Herausforderungen gestellt und insbesondere auch in rechtlicher Hinsicht viele neue Fragestellungen aufgeworfen. Im Speziellen dominieren dabei Fragen rund um den Urlaub und das Reisen im Allgemeinen. Für viele Verbraucher interessant zu wissen ist u.a., wann sie Auslandspauschalreisen kostenlos stornieren können. Die Rechtslage hierzu ist eindeutig, wenn für den juristischen Laien auch nicht immer verständlich. Eine Pauschalreise liegt vor, wenn mindestens zwei verschiedene Arten von Reiseleistungen für den Zweck derselben Reise gebucht worden sind, Sie also zum Beispiel Flug und Hotel bei demselben Reiseanbieter gebucht und dafür nur eine Gesamtrechnung zu begleichen haben. Grundsätzlich können Reisende einer Pauschalreise vor Reisebeginn jederzeit ohne Angabe von Gründen vom Reisevertrag zurücktreten. Der Reiseveranstalter verliert dann zwar seinen Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis, er kann jedoch eine „angemessene Entschädigung“ verlangen. Diese Entschädigung – für die meisten besser bekannt als Stornogebühr – steht dem Reiseveranstalter ausnahmsweise dann nicht zu, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die die Anreise oder die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigen. Ob solche Umstände vorliegen, ist im Einzelfall zu klären. Dabei gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, bspw. aufgrund der Corona-Pandemie, als starkes Indiz für deren Vorliegen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass nicht jede Reise coronabedingt kostenlos storniert werden kann. Vielmehr muss zum Zeitpunkt der Stornierung bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Corona-Virus im Reisegebiet bestehen.

Beitrag veröffentlicht am
18. Dezember 2020

Stichworte in diesem Beitrag

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Steuerrecht, Erbschaften und Schenkungen, Gesellschaftsrecht
18.05.2026

Schenkung Mitunternehmeranteil nebst Sonder-BV kann zur Steuerfalle werden

Mitunternehmeranteile werden häufig schon zu Lebzeiten auf die nächste Generation übertragen. Diese Übertragung unterliegt zwar der Schenkungsteuer, ist aber häufig nach §§ 13a, 13b ErbStG steuerfrei. Zur Steuerfalle kann es aber kommen, wenn vermeintlich parallel zum Mitunternehmeranteil Sonderbetriebsvermögen übertragen wird. Werden hier die Verträge nicht optimal aufeinander abgestimmt, kann die Steuerbegünstigung für das Sonderbetriebsvermögen schnell entfallen.

Beitrag lesen
Vertragsrecht Vertrag Unterschrift
Insolvenzrecht
08.05.2026

Wann wird die Schwelle zum Betriebsübergang nach § 613a BGB überschritten?

Dies ist auch eine für insolvenzrechtliche Sanierungen relevante Fragestellung. Denn auch in diesem Zusammenhang findet die Regelung des § 613a BGB Anwendung – beispielsweise im Zuge einer sogenannten übertragenden Sanierung.

Beitrag lesen
handschlag arbeit kündigung vertrag
Arbeitsrecht
04.05.2026

Variable Vergütung in der Elternzeit – was das Urteil für die Praxis bedeutet

Variable Vergütungssysteme sind aus der modernen Arbeitswelt kaum noch wegzudenken. Boni, Zielprämien und leistungsabhängige Gehaltsbestandteile sollen Anreize setzen und Unternehmenserfolg honorieren. Gleichzeitig werfen sie in der Praxis immer wieder rechtliche Fragen auf – insbesondere dann, wenn Arbeitnehmer zeitweise keine Arbeitsleistung erbringen, etwa während der Elternzeit. Das aktuelle Urteil des Bundesarbeitsgerichts schafft hierzu wichtige Klarheit und gibt sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern eine verlässliche Orientierung.

Beitrag lesen