Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Versicherungsrecht aktuell Dieb mit Wohnungsschlüsseln

Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass eine Hausratversicherung nicht für die bei einem Wohnungsdiebstahl entwendeten Gegenstände eintreten muss, wenn die berechtigte Bewohnerin fahrlässig den Diebstahl des Wohnungsschlüssels ermöglicht hat.

In der in Rede stehenden Versicherung war der Einbruchdiebstahl so definiert, dass der Dieb mit einem richtigen Schlüssel in einen Raum des Gebäudes eindringt, den er innerhalb oder außerhalb des Versicherungsorts durch Diebstahl an sich gebracht hat – vorausgesetzt aber, dass weder der Versicherungsnehmer noch der Gewahrsamsinhaber den Diebstahl des Schlüssels durch fahrlässiges Verhalten ermöglicht hatte.

Auf dem Rückweg von einer Betriebsfeier im Juli 2013 stand die Handtasche mit dem Wohnungsschlüssel ungesichert auf einem Fahrrad. Die Beteiligten hatten sich einige Minuten von dem Fahrrad abgewandt, in dieser Zeit muss der Schlüssel gestohlen worden sein. Die Entwendung des Schlüssels bezeichnete das Oberlandesgericht als fahrlässig. Die Tasche mit den wichtigen Gegenständen wie z. B. einem Schlüssel zur Wohnung hätte am Körper getragen werden müssen um einen Zugriff Dritter auf den Schlüssel zu verhindern. Letztlich ging die Versicherungsnehmerin hier wegen ihres Verstoßes gegen die Versicherungsbedingungen und der damit einhergehenden Obliegenheitsverletzung leer aus.

Beitrag veröffentlicht am
18. Dezember 2020

Stichworte in diesem Beitrag

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Arbeit Bau Handwerk
Werkvertragsrecht
26.01.2026

„Wertlose Leistung“ – Geld zurück!

Bestreitet der Auftragnehmer jeden Mangel, verweigert er damit auch die Nachbesserung

Beitrag lesen
arzt rezept bescheinigung medizin
Gesundheitsrecht
26.01.2026

Erstattung von Operationskosten bei operativer Behandlung des Lipödems

Mit der Erprobung der Liposuktion durch den Großen Gemeinsamen Bundesausschuss(G‑BA), dem Entscheidungsgremium zur Erstattungsfähigkeit medizinischer Behandlungsmethoden durch gesetzliche Krankenkassen, und der LIPLEG‑Studie wurde die Evidenzlage systematisch weiterentwickelt.

Beitrag lesen
Steuerrecht
19.01.2026

Totalgewinnprognose: Wenn das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht in Frage stellt

Gerade in der Anfangsphase einer Selbständigkeit sind Verluste nichts Ungewöhnliches. Das Finanzamt erkennt sie in der Regel in den ersten Jahren auch an. Je länger die Verlustperiode jedoch andauert, desto mehr wächst der Verdacht, dass keine Gewinnerzielungsabsicht besteht, sondern die Tätigkeit ausgeübt wird, um etwa Steuern zu sparen.

Beitrag lesen