Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Reiserecht aktuell Entschädigung für Thomas-Cook-Reisende

Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hatte am 25.09.2019 Insolvenz angemeldet. Deshalb wurden nach und nach alle Reisen abgesagt. Betroffene Pauschalreisende, die bereits Zahlungen geleistet hatten, konnten ihre Ansprüche beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden und sie gegen die Insolvenzversicherung Zurich Versicherung AG geltend machen.

Problematisch war in diesem konkreten Fall jedoch, dass der entstandene Gesamtschaden die Versicherungssumme überstieg. Da jeder Kundengeldabsicherer gem. § 651 Abs. 3 S. 2 BGB seine Haftung für die von ihm zu erstattenden Beträge auf 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr begrenzen kann, erfolgt nur eine anteilige Entschädigung, falls die Höhe des Versicherungsschutzes für den Fall einer Insolvenz nicht ausreicht. Die Zurich Versicherung hatte daher zunächst nur eine Entschädigung von 17,5% gezahlt, stockte dann die Versicherungsleistung aber noch auf eine Quote von 26,38 % auf.

Nichtsdestotrotz blieben viele Betroffene auf nicht unerheblichen Kosten sitzen, weshalb die Bundesregierung im Dezember 2019 entschieden hatten, den Differenzbetrag auszugleichen, der nicht von der Versicherung bzw. Dritten übernommen wird. Pauschalreisende konnten daraufhin seit dem 6. Mai 2020 bis zum 15.11.2020 online Ausgleichzahlungen der Bundesregierung geltend machen.

Jetzt können die Betroffenen nur noch abwarten und hoffen, dass sie schnellstmöglich ihr Geld zurückerhalten. Wann das sein wird, ist jedoch nicht abzusehen.

Beitrag veröffentlicht am
18. Dezember 2020

Stichworte in diesem Beitrag

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Internet-smartphone-online-socialmedia-digital
Deliktsrecht, Internetrecht, Recht der unerlaubten Handlungen
13.04.2026

Verpflichtung zur Löschung von Fake-Profilen in sozialen Netzwerken

Die Verbreitung von Fake-Profilen in sozialen Netzwerken stellt eine erhebliche Herausforderung für den Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar. Mit Urteil vom 20.01.2026 (Az. 18 U 2360/25 Pre e) hat das Oberlandesgericht München die Anforderungen an die Haftung von Plattformbetreibern weiter konkretisiert und zugleich die Reichweite bestehender Prüfpflichten präzisiert.

Beitrag lesen
Reisevertragsrecht
07.04.2026

Check-In bis 45 Minuten vor Abflug – Grenzen der AGB-Gestaltung bei Airlines

Das Landgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 03.04.2025 (Az. 2-24 S 129/24) eine zentrale Frage der Fluggastrechte geklärt: Airlines dürfen die in Art. 3 Abs. 2 der EU-Fluggastrechte-Verordnung vorgesehene Check-In-Frist von 45 Minuten nicht durch bloße AGB-Klauseln zu Lasten der Passagiere verlängern.

Beitrag lesen
Haus-Wohnung-Immobilie-Eigentum-WEG
Mietrecht
27.03.2026

Untervermieten ja aber nicht auf Kosten anderer: Was der Bundesgerichtshof jetzt klargestellt hat

Wer mit der Untervermietung einen Gewinn erzielen möchte, hat keinen Anspruch auf die hierfür erforderliche Erlaubnis des Vermieters und riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung des eigenen Mietverhältnisses.

Beitrag lesen