Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Medizinrecht aktuell Nadel im Körper vergessen – 10.000,00 € Schmerzensgeld

Die Bundesrepublik Deutschland muss einer heute 30-Jährigen ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000,00 € zahlen. Die Patientin hatte sich 2013 an das renommierte Bundeswehrkrankenhaus in Ulm gewandt um dort eine Operation am Unterleib durchführen zu lassen. Bei der Ausführung der Operation vergaßen die Operateure eine Nadel im Körper der Patientin, die Operationswunde wurde verschlossen und die Nadel verblieb dort für insgesamt 5 Jahre.

Erst nach umfangreicher medizinischer Aufklärung wurde festgestellt, dass die von der Patientin immer wieder beschriebenen unklaren und zum Teil sehr starken, „nadelstichartigen" Schmerzen in der Tat auf eine im Körper zurückgelassene Nadel zurückzuführen war. Es ließ sich nachweisen, dass diese Nadel nur aus der Operation im Bundeswehrkrankenhaus stammen konnte, sodass für diesen groben Behandlungsfehler ein Schmerzensgeld zu zahlen ist.

Im konkreten Fall haftet die Bundesrepublik Deutschland unter dem Gesichtspunkt der sogenannten Amtshaftung. Die im Bundeswehrkrankenhaus tätigen Ärztinnen und Ärzte sind Soldatinnnen und Soldaten der Bundesrepublik Deutschland und üben damit ein öffentliches Amt aus. Kommt es bei der Vornahme einer Amtspflicht, also der Durchführung einer Heilbehandlung durch einen verbeamteten Arzt, zu einem Behandlungsfehler, so haftet hierfür die Körperschaft, die den Arzt beschäftigt. Das ist im Fall der Bundeswehr die Bundesrepublik.

Gleichartige Konstellationen sind z. B. bekannt aus dem Bereich der Haftung der Notärzte und des Rettungsdienstpersonals.

Beitrag veröffentlicht am
23. Dezember 2020

Stichworte in diesem Beitrag

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Arbeitsrecht
04.05.2026

Umsatzbeteiligung: Fortzahlungspflicht auch bei Krankheit, Urlaub und an Feiertagen!

Eine vertraglich vereinbarte Umsatzbeteiligung ist Bestandteil des regelmäßigen Arbeitsentgelts und mithin auch im Falle von Urlaub, Krankheit und an Feiertagen fortzuzahlen, so das Arbeitsgericht Ludwigshafen (Urteil vom 04.03.2025, Az. 8 Ca 1681/23).

Beitrag lesen
Steuerrecht
04.05.2026

Generalverdacht für Geschäftsführer: Fahrtenbuch wird Pflicht

Viele GmbH-Geschäftsführer nutzen Firmenwagen im Alltag. Steuerlich kann das jedoch schnell kompliziert werden – vor allem, wenn nicht klar dokumentiert ist, welche Fahrten privat oder geschäftlich erfolgen. In diesem Artikel greifen wir auf, wie das aktuelle BFH-Urteil die Anforderungen an die Nutzung von Firmenwagen verschärft und welche steuerlichen Aspekte Geschäftsführer dabei beachten sollten.

Beitrag lesen
Vertragsrecht
30.04.2026

Das neue Recht auf Reparatur – Was Unternehmer wissen müssen

Mit dem „Recht auf Reparatur" steht die deutsche Wirtschaft vor einer bedeutenden regulatorischen Zäsur. Aufbauend auf der EU-Richtlinie 2024/1799 und dem aktuellen Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) ergeben sich Neuerungen für das bürgerliche Recht, die Hersteller, Händler und Reparaturbetriebe betreffen.

Beitrag lesen