Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

E-Scooter und Alkohol: Die Fahrerlaubnis in Gefahr!

Seit dem 15.06.2019 per Gesetz erlaubt, sind E-Scooter verstärkt – insbesondere in Großstädten – im Straßenverkehr zu sehen. In fast jeder Großstadt besteht Sharing-Angebote für E-Scooter. Insofern ist es verlockend, z.B. nach einem Abend mit zu viel Alkohol das Auto stehen zu lassen und sich mit dem E-Scooter auf den Nachhauseweg zu machen. Aber Vorsicht, wer alkoholisiert E-Scooter fährt, riskiert seine Fahrerlaubnis.

E-Scooter, die bauartbedingt eine Höchstgeschwindigkeit von nicht weniger als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h haben, werden nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) als Kraftfahrzeuge eingestuft und sind als solche nicht führerscheinpflichtig. Aber, wer alkoholisiert ein E-Scooter fährt, der begeht – anders als mit dem Fahrrad – unter Umständen eine Trunkenheitsfahrt (§ 316 StGB) mit der Folge, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden kann.

Fährt ein E-Scooter-Fahrer alkoholisiert gelten für diesen keine anderen Promillegrenzen als für einen Pkw-Fahrer. Beachten sind daher die allgemeinen Promillegrenzwerte. D.h., dass ein E-Scooter-Fahrer ordnungswidrig (§ 24 a Abs. 1 StVG) handelt, wenn dieser den E-Scooter mit 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder mit 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut führt. In diesem Fall droht ein Regelbußgeld von 500,00 EUR sowie ein Regelfahrverbot von einem Monat.

Wer einen E-Scooter mit 1,1 Promille – der Grenzwert wurde zwischenzeitlich von der Rechtsprechung für E-Scooter bestätigt – oder mehr Alkohol im Blut führt, ist absolut Fahruntüchtig und begeht eine Trunkenheitsfahrt und macht sich strafbar. Auf Fahrunsicherheiten kommt es, anders als bei 0,3 – 1,09 Promille Alkohol im Blut (relative Fahruntüchtigkeit) – dann nicht mehr an. Als Folge der Trunkenheitsfahrt wird die Fahrerlaubnis in der Regel – ein Fahrverbot nach § 44 StGB wäre möglich – entzogen (§ 69 StGB).

Es gilt daher: Wem sein Führerschein lieb ist, der sollte, wenn er Alkohol getrunken hat, die Finger vom E-Scooter lassen!

Beitrag veröffentlicht am
12. März 2020

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Mietrecht
01.06.2026

Kaution nicht ordnungsgemäß abgerechnet

Mit einem praxisrelevanten Beschluss hat das Amtsgericht Leipzig die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kautionsabrechnung präzisiert und zugleich klargestellt, dass eine unvollständige Abrechnung im Wege der Zwangsvollstreckung nach § 888 ZPO durchgesetzt werden kann. Besonders bemerkenswert ist die vom Gericht hervorgehobene Pflicht des Vermieters, im Rahmen der Abrechnung auch Angaben zu etwaigen Zinserträgen – oder ausdrücklich deren Ausbleiben – offenzulegen. Das Landgericht Leipzig hat diese Auffassung im Beschwerdeverfahren bestätigt.

Beitrag lesen
KI-Computer-AI-Internet-IT
Wettbewerbsrecht, IT-Recht
01.06.2026

KI-Chatbot generiert falsche Angaben: Wer haftet?

Mit einer bislang richtungsweisenden Entscheidung hat das Oberlandesgericht Hamm die haftungsrechtliche Verantwortung für KI-generierte Falschangaben im geschäftlichen Verkehr geschärft. Das Gericht stellte klar: Wer auf seiner Website einen KI-Chatbot einsetzt, haftet grundsätzlich auch für dessen irreführende Aussagen – selbst dann, wenn das System nach Angaben des Betreibers mit zutreffenden Informationen trainiert wurde. Die Entscheidung betrifft die von den als „Dr. Rick“ und „Dr. Nick“ auftretenden Medizinern betriebene Aesthetify GmbH und wirft grundlegende Fragen zur wettbewerbsrechtlichen Zurechnung autonom generierter KI-Inhalte auf.

Beitrag lesen
Jugendstrafrecht, Internationales Strafrecht
01.06.2026

Ein einheitlicher Rahmen für das Jugendstrafrecht: Was bringt das ZKOM? (Sl)

Nach mehr als einem Jahrzehnt wiederholter Ankündigungen hat Slowenien erstmals ein einheitliches Gesetz über die strafrechtliche Behandlung von Jugendlichen verabschiedet. Das Gesetz über die strafrechtliche Behandlung von Jugendlichen (ZKOM) bringt eine umfassende Reform des Systems – von den Altersgrenzen bis hin zu neuen Ansätzen im Umgang mit Jugendkriminalität. Mehr dazu im Folgenden.

Beitrag lesen