Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Datenschutzrecht Österreich Einsichtnahme in die Kommunikation ausgeschiedener Dienstnehmer (AT)

Der OGH hatte sich unlängst mit der Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung durch die Einsichtnahme in die Kommunikation ausgeschiedener Dienstnehmer zu befassen ( OGH 28.6.2023, 6 Ob A 1/22y, www.ris. bka.gv.at/Jus/ ). Die Klägerinnen – zwei ausgeschiedene Assistentinnen der Geschäftsführung – begehrten von ihrem ehemaligen Arbeitgeber Schadenersatz, weil dieser ohne ihre schriftliche Zustimmung Einsicht in ihre E-Mails nahm. Der Arbeitgeber rechtfertigte die Datenverarbeitung mit der Wahrung seiner berechtigten wirtschaftlichen Interessen (Art 6 Abs 1 lit f DSGVO).

Die Rechtmäßigkeit einer Datenverarbeitung nach Art. 6 Abs. 1 lit f DSGVO beurteilt der OGH anhand einer Interessenabwägung. Die Interessen der Person, deren Daten verarbeitet werden sollen, dürfen nicht überwiegen, ansonsten ist die Datenverarbeitung unzulässig. Hierbei ist wiederum zu berücksichtigen, ob die betroffene Person mit der Verarbeitung ihrer Daten rechnen und der verantwortliche Dienstgeber von einem privaten oder dienstlichen Charakter der Kommunikation ausgehen musste. Im Falle zweier kommunizierender Assistentinnen war jedoch kein privater Charakter ersichtlich, weshalb die Einsichtnahme rechtmäßig war.

Beitrag veröffentlicht am
20. Februar 2024

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

nachbar-haus-wohnung
Wohnungseigentumsrecht
12.01.2026

Instandhaltungskosten in der WEG: Mehrheit darf Minderheit nicht benachteiligen

Die Neuregelung der Kostenverteilung innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist ein wichtiges Instrument, um strukturelle Veränderungen oder veränderte Nutzungsrealitäten bei Instandhaltungsmaßnahmen Rechnung zu tragen. Das Landgericht München I hat mit seinem Urteil vom 9. Januar 2025 (36 S 10132/23 WEG) erneut bekräftigt, dass ein abweichender Beschluss über die Verteilung von Sanierungskosten zwar grundsätzlich möglich ist, dieser aber an klare sachliche Kriterien gebunden ist. Eine bloß willkürliche oder einseitige Belastung einzelner Eigentümergruppen hält das Gericht nicht für zulässig.

Beitrag lesen
Erbrecht
12.01.2026

Erben müssen genau bestimmt sein

Testamente sollen den letzten Willen eindeutig festhalten und rechtssicher umsetzen. In der Praxis scheitert dies jedoch häufig an unklaren oder zu vagen Formulierungen. Der Beschluss des Oberlandesgericht Karlsruhe vom 10. Juli 2025 (Az. 14 W 36/24 (Wx)) zeigt exemplarisch, dass gut gemeinte, aber unbestimmte Anordnungen zur Erbfolge unwirksam sein können – mit der Folge, dass der Wille des Erblassers letztlich nicht umgesetzt wird.

Beitrag lesen
Auto-winter-schnee-verkehr
Allgemeines Zivilrecht, Schadensersatzrecht, Deliktsrecht, Haftungsrecht
12.01.2026

Auf einem Firmenparkplatz ausgerutscht – keine Haftung für einzelne Eisstellen

Nach einer aktuellen Entscheidung des Amtsgerichts München vom 25. Februar 2025 (Az. 173 C 24363/24) ist ein Unternehmen grundsätzlich nicht für einzelne glatte oder vereiste Stellen auf einem Firmenparkplatz im Winter haftbar, soweit keine allgemeine Glättebildung vorliegt und keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden kann.

Beitrag lesen