Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Zivilrecht Österreich Luftstrom - Unzulässige Immission

Gemäß § 364 Abs 2 Satz 2 ABGB sind unmittelbare Zuleitungen auf ein Nachbargrundstück zu unterlassen. Sie können „unter allen Umständen“ (gerichtlich) abgewehrt werden, wenn dafür kein besonderer Rechtstitel vorliegt (etwa eine Dienstbarkeit). Das gilt selbst für unwesentliche und ortsübliche Zuleitungen. Auch ein künstlich herbeigeführter Luftstrom kann unzulässig sein:

Der OGH ( 20.10.2021, 6 Ob 171/21x , siehe www.ris.bka.gv.at/jus ) beurteilte daher einen von einer Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage verursachten Abluftstrom als rechtswidrig. Die Anlage befand sich im Dach eines Nebengebäudes auf der Nachbarliegenschaft. Aus Öffnungen im Abstand von etwas mehr als 1 m von der Grundstücksgrenze wurde Luft nach unten hin zur Liegenschaft der Kläger geblasen. Der Luftzug war dort noch im Abstand von einigen Metern spürbar.

Auch das von dieser Anlage verursachte Geräusch war strittig. Diese Immission wurde den Nachbarn in einem bestimmten Maß (nach den örtlichen Verhältnissen und der Ortsüblichkeit) verboten.

Beitrag veröffentlicht am
1. Februar 2022

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Haus-Wohnung-Immobilie-Eigentum-WEG
Mietrecht
27.03.2026

Untervermieten ja aber nicht auf Kosten anderer: Was der Bundesgerichtshof jetzt klargestellt hat

Wer mit der Untervermietung einen Gewinn erzielen möchte, hat keinen Anspruch auf die hierfür erforderliche Erlaubnis des Vermieters und riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung des eigenen Mietverhältnisses.

Beitrag lesen
Fachbeitrag Arbeitsrecht
Arbeitsrecht
25.03.2026

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: BAG stärkt den individuellen Entgeltvergleich

Der Grundsatz der Entgeltgleichheit zählt zu den zentralen Vorgaben des nationalen und europäischen Arbeitsrechts. Gleichwohl bereitet seine praktische Durchsetzung erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere im Hinblick auf die Darlegung einer geschlechtsbezogenen Benachteiligung. Mit seinem Urteil vom 23.10.2025 konkretisiert das Bundesarbeitsgericht die Anforderungen an den Entgeltvergleich und stellt klar, dass bereits der Vergleich mit einer einzelnen geeigneten Vergleichsperson ausreichen kann, um eine Diskriminierung zu vermuten.

Beitrag lesen
nachbar-haus-wohnung
Mietrecht
25.03.2026

Grenze überschritten: Wann hohe Mieten sittenwidrig sind

Die Frage, wann eine überhöhte Miete die Schwelle zur Sittenwidrigkeit überschreitet, gehört zu den zentralen Problemfeldern des Wohnraummietrechts. Insbesondere in angespannten Wohnungsmärkten geraten hohe Mietforderungen zunehmend in den Fokus gerichtlicher Kontrolle. Ein Urteil des LG Hamburg greift diese Problematik auf und konkretisiert die Voraussetzungen, unter denen ein auffälliges Missverhältnis zwischen Miete und ortsüblicher Vergleichsmiete zur Annahme einer Wuchermiete im Sinne des § 138 BGB führt.

Beitrag lesen