Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Arbeitsrecht Telefonat mit dem Chef aufgezeichnet - Entlassung

Der Oberste Gerichtshof ( OGH 28.07.2021, 9 Oba 65/21f ; www.ris.bka.gv.at/jus ) hatte kürzlich darüber zu entscheiden, ob die heimliche Aufzeichnung eines mit dem Arbeitgeber geführten Telefonats durch den Dienstnehmer und die folgende Weitergabe der Aufnahme an seinen unmittelbaren Vorgesetzten einen Entlassungsgrund darstellt. Im konkreten Fall qualifizierte der OGH die Entlassung des Arbeitnehmers aufgrund der mit dieser Handlung einhergehenden Vertrauensunwürdigkeit als berechtigt. Der Arbeitnehmer rechtfertigte sein Vorgehen mit Umständen im Betrieb, die ihn belastet hätten, insbesondere einem nicht wertschätzenden Umgang des Arbeitgebers mit seinen Mitarbeitern und seinem mangelnden Vertrauen in den Betriebsrat.

Der OGH sah darin aber kein ausreichend berechtigtes Interesse an der heimlichen Tonbandaufnahme. Dem Arbeitgeber war daher eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers unzumutbar, weil die notwendige Vertrauensbasis durch das rechtswidrige Vorgehen des Arbeitnehmers schwer erschüttert war. Das Höchstgericht wies in seiner Entscheidung aber darauf hin, dass eine solche Beurteilung immer nur aufgrund der Umstände des Einzelfalls zu erfolgen hat.

Beitrag veröffentlicht am
1. April 2022

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Arbeitsrecht
04.05.2026

Umsatzbeteiligung: Fortzahlungspflicht auch bei Krankheit, Urlaub und an Feiertagen!

Eine vertraglich vereinbarte Umsatzbeteiligung ist Bestandteil des regelmäßigen Arbeitsentgelts und mithin auch im Falle von Urlaub, Krankheit und an Feiertagen fortzuzahlen, so das Arbeitsgericht Ludwigshafen (Urteil vom 04.03.2025, Az. 8 Ca 1681/23).

Beitrag lesen
Steuerrecht
04.05.2026

Generalverdacht für Geschäftsführer: Fahrtenbuch wird Pflicht

Viele GmbH-Geschäftsführer nutzen Firmenwagen im Alltag. Steuerlich kann das jedoch schnell kompliziert werden – vor allem, wenn nicht klar dokumentiert ist, welche Fahrten privat oder geschäftlich erfolgen. In diesem Artikel greifen wir auf, wie das aktuelle BFH-Urteil die Anforderungen an die Nutzung von Firmenwagen verschärft und welche steuerlichen Aspekte Geschäftsführer dabei beachten sollten.

Beitrag lesen
Vertragsrecht
30.04.2026

Das neue Recht auf Reparatur – Was Unternehmer wissen müssen

Mit dem „Recht auf Reparatur" steht die deutsche Wirtschaft vor einer bedeutenden regulatorischen Zäsur. Aufbauend auf der EU-Richtlinie 2024/1799 und dem aktuellen Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) ergeben sich Neuerungen für das bürgerliche Recht, die Hersteller, Händler und Reparaturbetriebe betreffen.

Beitrag lesen