Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Betriebsunterbrechung wegen Corona Betriebsunterbrechung-Versicherung

Betriebsunterbrechung wegen Corona

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns alle spätestens seit März 2020. Nun gibt es erste Entscheidungen der Gerichte, die sich mit Betriebsunterbrechungsversicherungen bei Betriebsschließungen als Folge dieser Corona-Pandemie befassen. So beispielsweise das LG München I in seinem Endurteil v. 01.10.2020 – 12 O 5895/20 :

Gastwirt klagt gegen Versicherung

Ein Gastwirt hatte erst Anfang 2020 eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen. Am 20.03.2020 wurden durch Allgemeinverfügung des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege Gastronomiebetriebe jeder Art untersagt. Ausgenommen war die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen. Als Folge dessen musste der Gastwirt seinen Gaststätte schließen und machte die im Versicherungsvertrag zugesagten Leistungen geltend – insgesamt mehr als 1 Million Euro. Die Betriebsunterbrechungsversicherung bot ihm vorgerichtlich die Zahlung von 15 % der begehrten Leistungen an – verlangte jedoch, dass er auf darüber hinaus gehende Ansprüche verzichtete. Der Betreiber der Gaststätte ging darauf nicht ein, so dass es zum gerichtlichen Verfahren kam.

Die Betriebsunterbrechungsversicherung muss zahlen

Hier hatte der Betreiber der Gaststätte durchschlagenden Erfolg: Das Landgericht gab ihm in erster Instanz nahezu in vollem Umfang Recht und sprach ihm die volle Leistung aus der Betriebsunterbrechungsversicherung für die durch coronabedingte Schließung der Gaststätte zu.

Ob die Entscheidung Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Denn beim Oberlandesgericht (OLG München - 25 U 6306/20) ist das Berufungsverfahren anhängig und zu beobachten. In jedem Falle bleibt jedoch festzuhalten, dass es durchaus berechtigte Hoffnung für Versicherungsnehmer gibt, im Falle von Schließungen der Gaststätte aufgrund behördlicher Anordnungen im Zuge der Corona-Pandemie Leistungen aus der Betriebsunterbrechungsversicherung zu erhalten. Es ist deshalb dringend dazu zu raten, eine abschlägige Entscheidung Ihrer Betriebsunterbrechungsversicherung anwaltlich und gegebenenfalls gerichtlich überprüfen zu lassen, um Ihnen im Falle eines Falles zustehende Ansprüche durchzusetzen.

Beitrag veröffentlicht am
1. Oktober 2021

Diesen Beitrag teilen

Alle Fachbeiträge zeigen

Haus-Wohnung-Immobilie-Eigentum-WEG
Mietrecht
27.03.2026

Untervermieten ja aber nicht auf Kosten anderer: Was der Bundesgerichtshof jetzt klargestellt hat

Wer mit der Untervermietung einen Gewinn erzielen möchte, hat keinen Anspruch auf die hierfür erforderliche Erlaubnis des Vermieters und riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung des eigenen Mietverhältnisses.

Beitrag lesen
Fachbeitrag Arbeitsrecht
Arbeitsrecht
25.03.2026

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: BAG stärkt den individuellen Entgeltvergleich

Der Grundsatz der Entgeltgleichheit zählt zu den zentralen Vorgaben des nationalen und europäischen Arbeitsrechts. Gleichwohl bereitet seine praktische Durchsetzung erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere im Hinblick auf die Darlegung einer geschlechtsbezogenen Benachteiligung. Mit seinem Urteil vom 23.10.2025 konkretisiert das Bundesarbeitsgericht die Anforderungen an den Entgeltvergleich und stellt klar, dass bereits der Vergleich mit einer einzelnen geeigneten Vergleichsperson ausreichen kann, um eine Diskriminierung zu vermuten.

Beitrag lesen
nachbar-haus-wohnung
Mietrecht
25.03.2026

Grenze überschritten: Wann hohe Mieten sittenwidrig sind

Die Frage, wann eine überhöhte Miete die Schwelle zur Sittenwidrigkeit überschreitet, gehört zu den zentralen Problemfeldern des Wohnraummietrechts. Insbesondere in angespannten Wohnungsmärkten geraten hohe Mietforderungen zunehmend in den Fokus gerichtlicher Kontrolle. Ein Urteil des LG Hamburg greift diese Problematik auf und konkretisiert die Voraussetzungen, unter denen ein auffälliges Missverhältnis zwischen Miete und ortsüblicher Vergleichsmiete zur Annahme einer Wuchermiete im Sinne des § 138 BGB führt.

Beitrag lesen