Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Steuerrecht & Gesellschaftsrecht Keine Betriebsaufspaltung bei "Stimmen-Patt"

BFH, Urt. v. 14.04.2021 – X R 5/19

Verfügt der das Besitzunternehmen beherrschende Gesellschafter in der Betriebs(kapital)gesellschaft über eine Beteiligung von genau 50 % der Stimmen, liegt keine Betriebsaufspaltung vor. Das entschied jetzt der Bundesfinanzhof (BFH).

Damit ein Gesellschafter eine GmbH beherrscht, sei es ausreichend – aber auch notwendig –, dass er über die Stimmenmehrheit verfügt, die der Gesellschaftsvertrag für Gesellschafterbeschlüsse vorschreibt. Dies gelte auch dann, wenn der Gesellschafter ansonsten die laufende Geschäftsführung innehat. Genau 50 % der Stimmen reichten deshalb noch nicht aus, so der BFH.

Eine Zurechnung der Stimmen des ebenfalls an der Betriebsgesellschaft beteiligten minderjährigen Kindes sei jedenfalls dann nicht möglich, wenn insoweit für das Kind ein Ergänzungspfleger bestellt worden ist. Dieser vertrete die Interessen des Minderjährigen in der Betriebsgesellschaft unabhängig von den Interessen des Elternteils, so dass die Vermutung gleichgelagerter Interessen nicht zum Tragen komme.

Praxishinweis:

Der X. Senat des BFH tritt zwar der Rechtsprechung des IV. Senats, wonach es bei einem qualifizierten Mehrheitserfordernis stark auf die Geschäftsführerposition ankommt (Urt. v. 28.05.2020 – IV R 4/17), nicht entgegen, weitet diese aber auch nicht auf Fälle aus, in denen keine Mehrheitsbeteiligung vorliegt.

Alle Fachbeiträge zeigen

Gewerblicher Rechtsschutz
02.10.2026

Wem gehört eine Farbe? Was Unternehmen über den Schutz von Farbmarken wissen müssen

Farben sind im Markenauftritt vieler Unternehmen weit mehr als Dekoration. Ein konsequent eingesetzter Farbton kann Filialen, Verpackungen, digitale Angebote und Werbemittel über Jahre hinweg prägen. Er wird damit zu einem wirtschaftlich relevanten Teil der visuellen Identität und kann erheblichen Wiedererkennungswert schaffen. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17. September 2026 (Az. I ZB 58/25) zeigt jedoch deutlich: Zwischen hoher Bekanntheit und einem rechtlich durchsetzbaren Ausschließlichkeitsrecht liegt ein anspruchsvoller Nachweis.

Beitrag lesen
Gewerblicher Rechtsschutz, Urheber- und Medienrecht
30.09.2026

(Kein) Schadensersatz wegen Musiknutzung auf Social-Media

Zum Umfang der Anforderungen an die Schätzung der Lizenzschadenshöhe bei Musiknutzung auf Social-Media-Kanälen (Urteil des LG Frankfurt a.M. vom 09.09.2026, Az. 2-06 424/25)

Beitrag lesen
Internationales Recht
29.09.2026

Kann eine Ein-Personen-Gesellschaft eine weitere Ein-Personen-Gesellschaft gründen? (PL)

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung darf in Polen nicht ausschließlich von einer anderen Ein-Personen-GmbH gegründet werden. Dieses Verbot wird bei als routinemäßig geltenden Registrierungen manchmal übersehen, doch ein Verstoß dagegen kann das gesamte Holding-Projekt blockieren.

Beitrag lesen