Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Tier im Miteigentum Gibt es ein Umgangsrecht für den Hund?

Wenn Paare sich trennen gibt es oft erhebliches Konfliktpotenzial. Dabei kann es auch mal um das gemeinsam angeschaffte Haustier gehen.

Das Landgericht Frankenthal entschied nun, dass es auch für Hunde ein Umgangsrecht gibt (LG Frankenthal, Urteil vom 12.05.2023, Az. 2 S 149/22).

In dem vorliegenden Fall ging es um einen während der Beziehung gemeinsam angeschafften Labradorrüden. Nach der Trennung der beiden Herrchen, verblieb der Hund bei einem der Ex-Partner. Aber auch der andere Ex-Partner wollte sich um den Hund kümmern. Daher verlangte er von seinem ehemaligen Lebensgefährten einen regelmäßigen zweiwöchigen Umgang mit dem Hund.

Dies wurde ihm mit der Begründung verweigert, dass es für einen Hund als Rudeltier besser sei, ausschließlich eine Hauptbezugsperson zu haben.

Die Kammer des LG Frankenthal sah dies anders. Nach Auffassung des Landgerichts sei entscheidend, dass der Hund gemeinschaftliches Eigentum sei, da er während der Beziehung gemeinsam angeschafft wurde. Beiden Miteigentümern stehe es zu, auch nach Ende der Beziehung an dem gemeinsamen Eigentum teilhaben zu können.

Miteigentümer eines Hundes könnten untereinander Zustimmung zu einer „Benutzungsregelung nach billigem Ermessen“ verlangen. Eine zweiwöchige Regelung in Form eines „Wechselmodells“ gefährde auch nicht das Tierwohl, so das Gericht. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ob sich das Wechselmodell bei Haustieren zukünftig so durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Alle Fachbeiträge zeigen

Experte-Gutachten-Sachverständiger-Bau-Werk
Werkvertragsrecht, Insolvenzrecht
06.02.2026

Mangelhafte Werkleistung und Insolvenz: Wann wird Werklohn trotz Mängeln fällig?

Ein Handwerksbetrieb deckt das Dach eines Hauses, doch nach Abschluss der Arbeiten bemängelt der Auftraggeber die Ausführung, gravierende Fehler sind unübersehbar. Kurz darauf wird über das Vermögen des Handwerkers das Insolvenzverfahren eröffnet.

Beitrag lesen
Haus-Wohnung-Mietrecht-Bau-Handwerk
Werkvertragsrecht, Baurecht
02.02.2026

Gemeinschaftseigentum „blind“ abgenommen – Abnahme bleibt trotz fehlender Abnahmereife wirksam

Die Abnahme markiert im Bau- und Bauträgerrecht einen zentralen rechtlichen Wendepunkt. Mit ihr werden Vergütungsansprüche fällig, die Beweislast kehrt sich um und Gewährleistungsfristen beginnen zu laufen. Umso konfliktträchtiger sind Fälle, in denen Erwerber eine Abnahme erklären, ohne die Bauleistungen tatsächlich überprüft zu haben. Mit Beschluss vom 2. Juni 2025 (8 U 29/24) hat das Oberlandesgericht Braunschweig klargestellt, dass eine ausdrücklich erklärte Abnahme auch dann wirksam bleibt, wenn das Gemeinschaftseigentum objektiv noch nicht abnahmereif war und die Erwerber dieses nicht besichtigt haben.

Beitrag lesen
nachbar-haus-wohnung
Mietrecht
02.02.2026

Eigenbedarf für Hamburg-Besuche – Zweitwohnung für Familie und Kultur rechtfertigt Kündigung

Die Frage, unter welchen Voraussetzungen Vermieter wegen Eigenbedarfs kündigen dürfen, beschäftigt die Rechtsprechung seit Jahren. Besonders umstritten sind Fälle, in denen die Wohnung nicht als Hauptwohnsitz, sondern lediglich als Zweitwohnung genutzt werden soll. Mit Urteil vom 10. Juni 2025 (311 S 4/25) hat das Landgericht Hamburg klargestellt, dass auch eine solche Nutzung einen berechtigten Eigenbedarf begründen kann, wenn sie nachvollziehbar, lebensnah und ernsthaft beabsichtigt ist.

Beitrag lesen