Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

StaRUG Haftung für einen Insolvenzverschleppungsschaden

Mit Wirkung ab dem 01.01.2021 ist das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) in Kraft getreten. Es handelt sich dabei um ein die Insolvenzordnung flankierendes (eigenes) Gesetz, das ein zusätzliches Verfahren zur Vermeidung einer Insolvenz vorsieht.

In § 102 StaRUG ist geregelt, dass eine Haftung des Beraters für einen Insolvenzverschleppungsschaden wegen eines unterlassenen Hinweises auf eine drohende Insolvenz auch dann greifen kann, wenn der Berater nicht ausdrücklich mit der Prüfung der Insolvenzreife eines Unternehmens beauftragt ist. Ausreichend ist, dass der Berater den Jahresabschluss für das Unternehmen erstellt und das mögliche Vorliegen eines Insolvenzgrundes offenkundig ist. In § 102 StaRUG wurde die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 2017 (BGH, Urteil vom 26.01.2017 – IX ZR 285/14), mit der die Hinweispflichten des steuerlichen Beraters erheblich verschärft wurden, gesetzlich verankert.

Praxishinweis:

Berater, die Jahresabschlüsse erstellen, sollten ihre Mandanten auf das Vorliegen eines möglichen Insolvenzgrundes hinweisen und die erteilten Hinweise dokumentieren. Andernfalls droht die Inanspruchnahme durch einen Insolvenzverwalter wegen eines Insolvenzverschleppungsschadens.

Alle Fachbeiträge zeigen

Arbeitsrecht
31.08.2026

BAG zieht Grenzen bei der Entgelttransparenz

Gleiche Tätigkeit, aber eine niedrigere Karrierestufe als die männlichen Kollegen: Eine IT-Spezialistin wollte deshalb wissen, was vergleichbare Beschäftigte verdienen. Dabei verlangte sie auch Informationen über Kollegen an anderen Standorten des Unternehmens. Das ging dem Bundesarbeitsgericht zu weit.

Beitrag lesen
Miet- und Immobilienrecht
31.08.2026

Klimaanlage im Wohnungseigentum: BGH erleichtert den Einbau von Splitgeräten (BGH, Urteil vom 17.07.2026 – V ZR 162/25)

Steigende Temperaturen erhöhen auch in Wohnungseigentumsanlagen den Bedarf an wirksamen Kühllösungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 17. Juli 2026 die Rechtsposition bauwilliger Wohnungseigentümer deutlich gestärkt: Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Eigentümer die Gestattung eines Klima-Splitgeräts auf seinem Balkon verlangen – auch wenn die Mehrheit der Gemeinschaft dies ablehnt.

Beitrag lesen
IT-Recht, Internationales Recht, Compliance und Wirtschaftsstrafrecht
31.08.2026

Der EU-KI-Akt in der Praxis: Was bringt der Verhaltenskodex zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten?

Die Europäische Kommission hat den endgültigen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten veröffentlicht, der einen wichtigen praktischen Schritt bei der Umsetzung des EU-KI-Akts darstellt. Obwohl der Kodex freiwillig ist und für sich genommen keine neuen Rechtspflichten begründet, wird er in der Praxis vor allem bei der Auslegung und beim Nachweis der Einhaltung der Transparenzpflichten nach Art. 50 des KI-Akts eine bedeutende Rolle spielen.

Beitrag lesen