Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Unbewohnbare Wohnung Mietausfallschäden nur begrenzt erstattungsfähig!

OLG Nürnberg, Urt. v. 10.05.2021 – 8 U 3174/20

Wird eine vermietete Wohnung unbewohnbar, kann der Wohnungseigentümer verpflichtet sein, die Wohnung aus eigenen Mitteln in einen vermietbaren Zustand zu versetzen, um den Mietausfall zu mindern.

Nimmt ein Wohnungseigentümer seine Wohngebäudeversicherung wegen pflichtwidrig verzögerter Regulierung auf Ersatz entgangener Mieteinnahmen in Anspruch, kann der Schadensersatzanspruch zeitlich begrenzt sein. Das OLG Nürnberg hat bestätigt, dass ein Wohnungseigentümer verpflichtet sein kann, seine Mietwohnung aus eigenen Mitteln in einen vermietbaren Zustand zu versetzen, wenn der Wohnungseigentümer monatlich fortschreitend entgangenen Mieteinnahmen ausgesetzt ist. Der Anspruch des Wohnungseigentümers ist dann auf den Zeitpunkt zu begrenzen, zu dem der Wohnungseigentümer kein beweissicherungsrechtliches Interesse mehr daran hatte, die Wohnung in dem beschädigten Zustand zu belassen.

Praxistipp:

Ein Anspruch auf entgangene Mieteinnahmen ist gegebenenfalls bis zu dem Zeitpunkt zu begrenzen, zu dem der Schaden in der Wohnung hinreichend dokumentiert war.

Alle Fachbeiträge zeigen

Experte-Gutachten-Sachverständiger-Bau-Werk
Werkvertragsrecht, Insolvenzrecht
06.02.2026

Mangelhafte Werkleistung und Insolvenz: Wann wird Werklohn trotz Mängeln fällig?

Ein Handwerksbetrieb deckt das Dach eines Hauses, doch nach Abschluss der Arbeiten bemängelt der Auftraggeber die Ausführung, gravierende Fehler sind unübersehbar. Kurz darauf wird über das Vermögen des Handwerkers das Insolvenzverfahren eröffnet.

Beitrag lesen
Haus-Wohnung-Mietrecht-Bau-Handwerk
Werkvertragsrecht, Baurecht
02.02.2026

Gemeinschaftseigentum „blind“ abgenommen – Abnahme bleibt trotz fehlender Abnahmereife wirksam

Die Abnahme markiert im Bau- und Bauträgerrecht einen zentralen rechtlichen Wendepunkt. Mit ihr werden Vergütungsansprüche fällig, die Beweislast kehrt sich um und Gewährleistungsfristen beginnen zu laufen. Umso konfliktträchtiger sind Fälle, in denen Erwerber eine Abnahme erklären, ohne die Bauleistungen tatsächlich überprüft zu haben. Mit Beschluss vom 2. Juni 2025 (8 U 29/24) hat das Oberlandesgericht Braunschweig klargestellt, dass eine ausdrücklich erklärte Abnahme auch dann wirksam bleibt, wenn das Gemeinschaftseigentum objektiv noch nicht abnahmereif war und die Erwerber dieses nicht besichtigt haben.

Beitrag lesen
nachbar-haus-wohnung
Mietrecht
02.02.2026

Eigenbedarf für Hamburg-Besuche – Zweitwohnung für Familie und Kultur rechtfertigt Kündigung

Die Frage, unter welchen Voraussetzungen Vermieter wegen Eigenbedarfs kündigen dürfen, beschäftigt die Rechtsprechung seit Jahren. Besonders umstritten sind Fälle, in denen die Wohnung nicht als Hauptwohnsitz, sondern lediglich als Zweitwohnung genutzt werden soll. Mit Urteil vom 10. Juni 2025 (311 S 4/25) hat das Landgericht Hamburg klargestellt, dass auch eine solche Nutzung einen berechtigten Eigenbedarf begründen kann, wenn sie nachvollziehbar, lebensnah und ernsthaft beabsichtigt ist.

Beitrag lesen