Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Transparenz in der Berufsunfähigkeitsversicherung gestärkt Überschussbeteiligung in der BUZ

BGH-Urteil 2024: Transparenz in der Berufsunfähigkeitsversicherung gestärkt

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 12. Juni 2024 (Az. IV ZR 437/22) entschieden, dass bestimmte Klauseln zur Überschussbeteiligung in der Berufsunfähigkeitsversicherung unwirksam sind. Dies betrifft Regelungen, die Versicherte benachteiligen, indem sie gesundheitsbewusstes Verhalten als Voraussetzung für höhere Überschussbeteiligungen fordern, aber unzureichend über die Folgen fehlender Mitteilungen informieren.

Hintergrund des Urteils

Ein Versicherer hatte ein sogenanntes "Vitality-Programm" in seine Berufsunfähigkeitsversicherung integriert. Versicherte konnten durch gesundheitsbewusstes Verhalten, wie regelmäßige Arztbesuche oder sportliche Aktivitäten, eine höhere Überschussbeteiligung erhalten. Falls jedoch keine Informationen über das Verhalten übermittelt wurden, galt dies als inaktives Verhalten, was zu einer Reduzierung der Überschussbeteiligung führte.

Entscheidung des Gerichts

Der BGH erklärte diese Klauseln für unwirksam. Das Gericht stellte fest, dass:

  • D ie Klauseln für den Versicherungsnehmer nicht ausreichend verständlich formuliert sind.
  • Die automatische Benachteiligung bei fehlender Mitteilung unfair ist.
  • Versicherte klar und eindeutig über die Folgen ihrer Mitwirkungspflichten informiert werden müssen.

Fazit

Mit diesem Urteil setzt der BGH ein wichtiges Zeichen für die Rechte von Versicherten. Unklare und benachteiligende Klauseln in Versicherungsverträgen dürfen nicht zu Lasten der Verbraucher gehen. Versicherte sollten jetzt aktiv werden und ihre Policen überprüfen.

Alle Fachbeiträge zeigen

Gewerblicher Rechtsschutz
02.10.2026

Wem gehört eine Farbe? Was Unternehmen über den Schutz von Farbmarken wissen müssen

Farben sind im Markenauftritt vieler Unternehmen weit mehr als Dekoration. Ein konsequent eingesetzter Farbton kann Filialen, Verpackungen, digitale Angebote und Werbemittel über Jahre hinweg prägen. Er wird damit zu einem wirtschaftlich relevanten Teil der visuellen Identität und kann erheblichen Wiedererkennungswert schaffen. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17. September 2026 (Az. I ZB 58/25) zeigt jedoch deutlich: Zwischen hoher Bekanntheit und einem rechtlich durchsetzbaren Ausschließlichkeitsrecht liegt ein anspruchsvoller Nachweis.

Beitrag lesen
Gewerblicher Rechtsschutz, Urheber- und Medienrecht
30.09.2026

(Kein) Schadensersatz wegen Musiknutzung auf Social-Media

Zum Umfang der Anforderungen an die Schätzung der Lizenzschadenshöhe bei Musiknutzung auf Social-Media-Kanälen (Urteil des LG Frankfurt a.M. vom 09.09.2026, Az. 2-06 424/25)

Beitrag lesen
Internationales Recht
29.09.2026

Kann eine Ein-Personen-Gesellschaft eine weitere Ein-Personen-Gesellschaft gründen? (PL)

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung darf in Polen nicht ausschließlich von einer anderen Ein-Personen-GmbH gegründet werden. Dieses Verbot wird bei als routinemäßig geltenden Registrierungen manchmal übersehen, doch ein Verstoß dagegen kann das gesamte Holding-Projekt blockieren.

Beitrag lesen