Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Immobilienkauf Angaben im Maklerexposé können zur Schadensersatzhaftung führen

Das OLG Hamm hat in einem Urteil vom 19.12.2022 unter dem Aktenzeichen: 22 U 211/21 über folgenden Sachverhalt eine Entscheidung getroffen:

Der Käufer hat eine gebrauchte Immobilie erworben. Die Gewährleistung war im Kaufvertrag zwischen den Parteien ausgeschlossen. Im Maklerexposé wurde unter anderem damit geworben, dass in dem Objekt „modernste Haustechnik“ vorhanden und diese „topsaniert“ sei. Der Käufer hat Schadensersatz geltend gemacht, weil das Gäste-WC über keine Fußbodenheizung verfügte.

Nach den Ausführungen des Gerichts liegt ein Sachmangel der Immobilie vor. Die geschuldete Beschaffenheit des Objekts kann sich aus dem Maklerexposé ergeben. Der Käufer darf aufgrund des Maklerexposés davon ausgehen, dass das Gäste-WC mit einer Fußbodenheizung ausgestattet ist. Das Gericht hat eine Arglist des Verkäufers darin gesehen, dass der Verkäufer den Käufer über das Nichtvorhandensein der Fußbodenheizung nicht aufgeklärt hat und es daher für möglich gehalten hat, dass der Käufer in Kenntnis des Mangels den Kaufvertrag nicht abgeschlossen hätte.

Der Fall zeigt auf, dass die Angaben in einem Maklerexposé zu einer Haftung führen können. Daher ist es sehr wichtig, sich rechtlich abzusichern, um nicht einem Schadensersatzanspruch ausgesetzt zu werden.

Alle Fachbeiträge zeigen

nachbar-haus-wohnung
Wohnungseigentumsrecht
12.01.2026

Instandhaltungskosten in der WEG: Mehrheit darf Minderheit nicht benachteiligen

Die Neuregelung der Kostenverteilung innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist ein wichtiges Instrument, um strukturelle Veränderungen oder veränderte Nutzungsrealitäten bei Instandhaltungsmaßnahmen Rechnung zu tragen. Das Landgericht München I hat mit seinem Urteil vom 9. Januar 2025 (36 S 10132/23 WEG) erneut bekräftigt, dass ein abweichender Beschluss über die Verteilung von Sanierungskosten zwar grundsätzlich möglich ist, dieser aber an klare sachliche Kriterien gebunden ist. Eine bloß willkürliche oder einseitige Belastung einzelner Eigentümergruppen hält das Gericht nicht für zulässig.

Beitrag lesen
Erbrecht
12.01.2026

Erben müssen genau bestimmt sein

Testamente sollen den letzten Willen eindeutig festhalten und rechtssicher umsetzen. In der Praxis scheitert dies jedoch häufig an unklaren oder zu vagen Formulierungen. Der Beschluss des Oberlandesgericht Karlsruhe vom 10. Juli 2025 (Az. 14 W 36/24 (Wx)) zeigt exemplarisch, dass gut gemeinte, aber unbestimmte Anordnungen zur Erbfolge unwirksam sein können – mit der Folge, dass der Wille des Erblassers letztlich nicht umgesetzt wird.

Beitrag lesen
Auto-winter-schnee-verkehr
Allgemeines Zivilrecht, Schadensersatzrecht, Deliktsrecht, Haftungsrecht
12.01.2026

Auf einem Firmenparkplatz ausgerutscht – keine Haftung für einzelne Eisstellen

Nach einer aktuellen Entscheidung des Amtsgerichts München vom 25. Februar 2025 (Az. 173 C 24363/24) ist ein Unternehmen grundsätzlich nicht für einzelne glatte oder vereiste Stellen auf einem Firmenparkplatz im Winter haftbar, soweit keine allgemeine Glättebildung vorliegt und keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachgewiesen werden kann.

Beitrag lesen