Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Verbraucherschutz Rechtswidrige AGB-Klauseln bei DAZN

Der Sport-Streamingdienst DAZN geriet aufgrund seiner Nutzungsbedingungen ins Visier der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Vertragsklauseln, die das Unternehmen zu weitreichenden Änderungen von Preisen und Leistungsinhalten ermächtigen sollten, wurden vor Gericht angefochten. Das Oberlandesgericht (OLG) München erklärte mehrere dieser Klauseln für rechtswidrig.

Sachverhalt

Im Kern der Auseinandersetzung standen die einseitigen Anpassungsrechte, die sich DAZN in seinen Vertragsbedingungen vorbehalten hatte. Zum einen sollten Preise für Abonnements an „sich verändernde Marktbedingungen“ oder „erheblich veränderte Kosten der Beschaffung“ gekoppelt werden. Zum anderen behielt sich das Unternehmen vor, Inhalte des sogenannten „Sportpakets“ flexibel zu ändern, abhängig von der Verfügbarkeit der Übertragungsrechte.

Der vzbv kritisierte diese Regelungen als unbestimmt und unkontrollierbar. Die Klauseln ließen keine klaren Kriterien erkennen, die es den Kunden ermöglichten, Preiserhöhungen oder Leistungsänderungen nachzuvollziehen.

Entscheidung des OLG München

Das OLG München gab dem vzbv Recht und erklärte die Klauseln für unwirksam. Die Preisanpassungsklauseln wurden als zu unbestimmt eingestuft, da sie weder die Voraussetzungen für eine Preisänderung noch deren möglichen Umfang präzisierten. Dies ermöglichte DAZN, willkürlich Preise zu erhöhen, ohne dass Kunden die Berechtigung überprüfen könnten.

Auch der Leistungsvorbehalt hinsichtlich der Inhalte des Abonnements wurde als unzumutbar bewertet. Die vage Formulierung erlaubte es DAZN, Zusammensetzung, Umfang und Qualität der angebotenen Inhalte grundlos zu ändern, was den Kunden erheblich benachteiligte.

Da das OLG München keine Revision gegen sein Urteil zuließ, hat DAZN beim Bundesgerichtshof Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht (AZ.: I ZR 211/24).

Quelle: Urteil des Oberlandesgerichts München vom 11.10.2024 – 39 U 2482/23

Alle Fachbeiträge zeigen

Internationales Steuerrecht
01.06.2026

Mehrwertsteuer bei der Einfuhr von Waren über einen anderen EU-Mitgliedstaat – wo entsteht die Steuerpflicht

Wie wird die Mehrwertsteuer bei der Einfuhr von Waren aus Drittländern über einen anderen EU-Mitgliedstaat als den Ort des tatsächlichen Verbrauchs angewendet und welche Pflichten haben der Importeur und der Endabnehmer? Entscheidend für Mehrwertsteuerzwecke ist nicht das Land des Eintritts, sondern der Ort des tatsächlichen Verbrauchs.

Beitrag lesen
Mietrecht
01.06.2026

Kaution nicht ordnungsgemäß abgerechnet

Mit einem praxisrelevanten Beschluss hat das Amtsgericht Leipzig die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kautionsabrechnung präzisiert und zugleich klargestellt, dass eine unvollständige Abrechnung im Wege der Zwangsvollstreckung nach § 888 ZPO durchgesetzt werden kann. Besonders bemerkenswert ist die vom Gericht hervorgehobene Pflicht des Vermieters, im Rahmen der Abrechnung auch Angaben zu etwaigen Zinserträgen – oder ausdrücklich deren Ausbleiben – offenzulegen. Das Landgericht Leipzig hat diese Auffassung im Beschwerdeverfahren bestätigt.

Beitrag lesen
KI-Computer-AI-Internet-IT
Wettbewerbsrecht, IT-Recht
01.06.2026

KI-Chatbot generiert falsche Angaben: Wer haftet?

Mit einer bislang richtungsweisenden Entscheidung hat das Oberlandesgericht Hamm die haftungsrechtliche Verantwortung für KI-generierte Falschangaben im geschäftlichen Verkehr geschärft. Das Gericht stellte klar: Wer auf seiner Website einen KI-Chatbot einsetzt, haftet grundsätzlich auch für dessen irreführende Aussagen – selbst dann, wenn das System nach Angaben des Betreibers mit zutreffenden Informationen trainiert wurde. Die Entscheidung betrifft die von den als „Dr. Rick“ und „Dr. Nick“ auftretenden Medizinern betriebene Aesthetify GmbH und wirft grundlegende Fragen zur wettbewerbsrechtlichen Zurechnung autonom generierter KI-Inhalte auf.

Beitrag lesen