Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Mietrecht Härteklausel bei der Eigenbedarfskündigung

Die Vermieterin hatte ihren Mietern im Februar 2021 wegen Eigenbedarfs gekündigt. Die Eigentümerin wollte in Berlin arbeiten und deshalb ihre Berliner Wohnung künftig selbst nutzen. Und auch ihr Sohn sollte nach Abschluss seiner Ausbildung dort einziehen.  

Die Mieter machten sich im gesamten Stadtgebiet auf die Suche nach einer Ersatzwohnung: In zweieinhalb Jahren bewarben sie sich 244 Mal erfolglos um eine Wohnung. Schließlich widersprachen die Mieter der Kündigung doch noch und beriefen sich auf unzumutbare Härte.

Die Räumungsklage der Vermieterin scheiterte beim Amtsgericht und beim Landgericht Berlin (67 S 264/22). Die Mieter hätten sich nachweislich ernsthaft bemüht, Ersatzwohnraum zu zumutbaren Bedingungen zu finden. Da dies nicht möglich gewesen sei, wäre für sie das Ende des Mietverhältnisses eine unzumutbare Härte, stellte das Landgericht fest.

Die Mieter könnten daher verlangen, dass das Mietverhältnis auf bestimmte Zeit fortgesetzt werde. Zu berücksichtigen sei dabei auch, dass die Wohnungsnot in Berlin schon aufgrund der Existenz diverser Verordnungen feststehe, deren einziger Zweck es sei, diese Not zu lindern (Mietenbegrenzungsverordnung, Kappungsgrenzenverordnung, Kündigungsschutzklausel-Verordnung).

Angesichts dieser Situation sei es nachvollziehbar, dass es den Mietern trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen sei, Ersatzwohnraum zu beschaffen. Ihre Pflicht, ernsthaft danach zu suchen, hätten sie jedenfalls erfüllt.

Quelle: Urteil des Landgerichts Berlinvom 25.01.2024 – 67 S 264/22 

Autor: Juristischer Pressedienst Dr. Graner

Alle Fachbeiträge zeigen

Daten-Datenschutz-data-DSGVO
Datenschutzrecht
20.04.2026

Datenschutzverstoß des Finanzamts: Schadensersatz muss erst bei der Behörde geltend gemacht werden

Personen, denen aufgrund eines Datenschutzverstoßes ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, können nach der Datenschutz-Grundverordnung einen Anspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Verantwortlichen geltend machen. Betroffene müssen den Schaden und dessen negative Folgen aber stichhaltig nachweisen können; abstrakte Behauptungen ohne Beleg reichen nicht aus.

Beitrag lesen
Schifffahrtsrecht, Seerecht, Polizeirecht
20.04.2026

Russland-Sanktionen: Havarierter Öltanker darf weder eingezogen noch verwertet werden

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in zwei Beschwerdeverfahren im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes entschieden, dass ein im Zusammenhang mit den Russland-Sanktionen der Europäischen Union (EU) vom Zoll sichergestelltes Schiff samt Ladung vorerst nicht eingezogen und verwertet werden darf. Der zugrunde liegende Fall: Ein Öltanker war auf dem Weg von Russland nach Indien in der Ostsee havariert, manövrierunfähig in deutsche Hoheitsgewässer getrieben und anschließend auf einen Ankerplatz vor Sassnitz auf der Insel Rügen geschleppt worden.

Beitrag lesen
Steuerrecht
20.04.2026

Auslandsdienstreisen: Ab 2026 gelten in vielen Staaten neue Pauschbeträge für Verpflegung und Übernachtung

Regelmäßig einmal im Jahr aktualisiert das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die landesspezifischen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten, die bei betrieblich bzw. beruflich veranlassten Auslandsreisen zur Anwendung kommen. Das BMF hat nun eine Anpassung ab dem 01.01.2026 vorgenommen. Verändert wurden damit die Pauschalen für mehrere Länder, unter anderem für Albanien, Bulgarien, China, Estland, Irland, Israel, Katar, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Malta, Mexiko, die Niederlande, Rumänien, Schweiz, Ukraine und Venezuela.

Beitrag lesen