Viele Kanzleien. Ein starkes Netzwerk.
Aktuelles
Neues aus Markt und Netzwerk
 

Baurecht Österreich Regressansprüche gegenüber der Projektsteuerung (AUT)

Der OGH hat sich unlängst mit der Mithaftung der Projektsteuerung zu befassen (OGH 16.12.2022, 8 Ob 111/22i; www.ris.bka.gv.at/judikatur ). Die Klägerin (Fensterunternehmen) wurde bei einem Hotelprojekt mit der Lieferung und Montage der Fensterkonstruktionen beauftragt. Die Fensterkonstruktion entsprach nicht den statischen Normen. Die Klägerin hatte nicht wie von ihr geschuldet eine statische Berechnung eingeholt. Die Bauherrin klagte im Vorprozess die (nunmehrige) Klägerin und verlangte Schadenersatz. Der Fenstermonteur, die ÖBA, und der Planer teilten sich den entstandenen Schaden auf. Die Projektsteuerung war nicht bereit, sich bei diesem Vergleich zu beteiligen.

Das nunmehr klagende Fensterunternehmen machte daher (Solidarschuldner-)Regress gegen den beklagten Projektsteuerer geltend. Laut OGH gibt es kein allgemeines und klares Leistungsbild für Projektsteuerungsverträge, weshalb die vom Projektsteuerer einzuhaltenden Pflichten immer nur anhand des konkreten Einzelvertrages zu beurteilen sind. Aus dem gegenständlichen Vertrag ließ sich die Pflicht der Projektsteuerung zur Überprüfung der Vorlage oder Richtigkeit von Werkzeichnungen nicht ableiten. Laut den vereinbarten allgemeinen Vertragsbedingungen war vertraglich ausdrücklich der Planer mit der „Überprüfung und Freigabe von Werkzeichnungen der ausführenden Unternehmen“ beauftragt. Sohin nicht die Projektsteuerung. Ein Verstoß der Projektsteuerung lag daher nicht vor, die Klage wurde abgewiesen.

Alle Fachbeiträge zeigen

Auto-Unfall-Verkehr
Schadensersatzrecht, Verkehrsrecht, Verkehrsunfallrecht
24.07.2026

Verkehrsunfall: Auch für einen kleineren Ersatzwagen ist der günstigste Tarif maßgeblich

Wer unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt wird, hat grundsätzlich Anspruch darauf, für die Dauer der Reparatur einen gleichwertigen Mietwagen zu nutzen. Doch was gilt, wenn sich der Geschädigte freiwillig mit einem kleineren Ersatzfahrzeug begnügt? Kann er dann argumentieren, die höheren Mietkosten seien dennoch zu ersetzen, weil ein gleichwertiges Fahrzeug kaum günstiger gewesen wäre? Mit dieser Frage hatte sich der Bundesgerichtshof zu befassen. Er stellte klar: Maßgeblich sind allein die erforderlichen Kosten des tatsächlich angemieteten Fahrzeugs. Auch bei einem klassenniedrigeren Ersatzwagen bleibt der Geschädigte verpflichtet, den wirtschaftlichsten Tarif zu wählen.

Beitrag lesen
Experte-Gutachten-Sachverständiger-Bau-Werk
Bau- und Architektenrecht, Baurecht, Architektenrecht
24.07.2026

Bauherr als Handwerker: Architekt bleibt in der Verantwortung

OLG Schleswig: Architekt muss auch Eigenleistungen eines unerfahrenen Bauherrn planen und überwachen

Beitrag lesen
ring ehe familie
Familienrecht
24.07.2026

Wie oft darf der Ehename wechseln?

Mit der Reform des deutschen Namensrechts zum 1. Mai 2025 wollte der Gesetzgeber Ehepaaren mehr Freiheit bei der Wahl ihres Familiennamens verschaffen. Doch wie weit reicht diese neue Gestaltungsfreiheit? Darf ein Ehepaar nach dem Widerruf seines bisherigen Ehenamens anschließend noch einmal einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen – und dabei sogar einen anderen als ursprünglich wählen? Diese bislang umstrittene Frage hat das Kammergericht Berlin nun zugunsten der Ehegatten beantwortet und sich damit bewusst gegen Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte gestellt.

Beitrag lesen